Projektinfos

Zum 200. Geburtstag von Anton Bruckner präsentiert das Nordico Stadtmuseum „It’s me, Toni“ – eine Ausstellung, die hinter die bekannten Klischees blickt und die Frage stellt: Wer war Anton Bruckner wirklich? Besucher*innen sind eingeladen, den Komponisten aus einem modernen Blickwinkel neu zu entdecken.

Die Ausstellung gliedert sich durch eine klare Farb- und Raumtrennung:

Dunkelgrün repräsentiert Bruckners Biografie und Schaffensphasen. Lila thematisiert die Rezeption sowie die zeitgenössische Interpretation seines Werks. Neon-Gelb verbindet diese beiden Bereiche, setzt lebendige Akzente und markiert die interaktiven Stationen. So empfängt beispielsweise eine Büste von Anton Bruckner die Besucher*innen als Tastobjekt und ermöglicht ein „extra-sensorisches“ Erlebnis.

Die stark typografische Gestaltung setzt auf die Serifen-Schrift Gramercy, die durch ihren Bezug zu klassischen Notenschriften Bruckners musikalisches Erbe widerspiegelt. Alternative Buchstabenformen zitieren Elemente der Notation und schlagen eine Brücke zwischen Musik und Typografie.

 

AUSSTELLUNGSARCHITEKTUR

Die Szenografie nutzt offene, durchlässige Gittermöbel und greift im ersten Teil der Ausstellung die Atmosphäre eines Studiensaals oder Schulzimmers auf – ein Verweis auf Bruckners Anfänge als Lehrer und Organist. Besucher*innen können an Tischen Reproduktionen von Originaldokumenten durchstöbern und so in Bruckners Welt eintauchen. Interaktive Elemente, wie Overheadprojektoren, präsentieren historische Bilder und Videokommentare von Expert*innen. Originalexponate, etwa Orgelpfeifen, werden klanglich inszeniert und schaffen eine immersive Verbindung zu Bruckners musikalischem Schaffen.

Im Bereich der Rezeption und zeitgenössischen Auseinandersetzung wird die Architektur offener und dialogorientierter. Sieben Illustratorinnen interpretieren Anton Bruckner in Form von Graphic Novels auf sehr persönliche Weise. Das Ergebnis ist ein gestaltetes Comic-Booklet, das im Museumsshop erhältlich ist und die Verbindung von Kunst, Musik und moderner Erzählweise weiterführt.

„Der Raum funktioniert wie ein Studien­zentrum, das dennoch eine Leichtig­keit vermittelt. Die Kombination aus Aktivierungs­momenten und kontemplativen Vertiefungs­stationen lädt zum Ent­decken, Studieren und Ver­weilen ein.“

Karin Schneider, Leitung Kunstvermittlung Lentos/Nordico